Bio braucht kein Glyphosat

Symbolbild Uplaender Bauernmolkerei klein

Die Entscheidung über eine weitere Zulassung von Glyphosat ist in Brüssel erneut vertagt worden. Die Debatte über die Notwendigkeit des Totalherbizides geht weiter.

Willingen-Usseln. Neben einer möglichen Gesundheitsgefahr für den Menschen sehen viele Wissenschaftler Glyphosat als eine Ursache für den Schwund von Arten in unserer Kulturlandschaft. „Der dramatische Rückgang der Artenvielfalt bei Ackerwildkräutern, Insekten und Vögeln in den letzten Jahren hängt nach Meinung vieler Experten auch mit dem großflächigen Einsatz von Glyphosat zusammen“, sagt Karin Artzt-Steinbrink, Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei. In der Bio-Landwirtschaft ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden generell verboten.

Bio-Betriebe, die ihre Milch zur Upländer Bauernmolkerei in Willingen-Usseln liefern, wirtschaften ausschließlich nach biologischen Richtlinien und verwenden daher keine Mittel wie Glyphosat. Sie setzen mechanische Methoden zur Wildkrautbekämpfung ein. „Rund 350 000 Bio-Bauern in ganz Europa belegen seit Jahrzehnten, dass es auch ohne Mittel wie Glyphosat geht“, so Artzt Steinbrink. „Allerdings ist der zeitliche und finanzielle Aufwand für die Bio-Bauern größer und sie brauchen höhere Preise für ihre Produkte.“

Auch zahlreiche konventionelle Betriebe haben sich bereits für einen Verzicht auf das Herbizid entschieden. „Der Schlüssel zum Erfolg auf dem Acker sind eine vielfältige Fruchtfolge sowie innovative mechanische Verfahren zur Unkrautbekämpfung“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland. Die Technik sei vorhanden, sie stehe auch der konventionellen Landwirtschaft zur Verfügung.

Als erstes Unternehmen hat nun die Molkerei Berchtesgadener Land ab sofort ihren konventionell wirtschaftenden Landwirten den Einsatz des Totalherbizids Glyphosat verboten. Das Unternehmen verarbeitet Milch von konventionellen und Bio-Lieferanten. „Das ist ein konsequenter Schritt und ein gutes Signal“, so Josef Jacobi, Aufsichtsratsvorsitzender der Upländer Bauernmolkerei. „Andere Molkereien, die konventionelle Milch verarbeiten, sollten diesem Beispiel folgen.“

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