FAKuh
Woher kommt unsere Milch, was macht unsere Produkte besonders und wo sind sie erhältlich? In unserem FAQ finden Sie kompakte Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um unsere Molkerei, unsere Bio-Landwirtschaft und unsere regionalen Produkte.
FAQ zur Molkerei
Die Upländer Bauernmolkerei ist eine konzernfreie Bio-Molkerei in Bauernhand. Sie wurde 1996 von 18 Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern gegründet. Heute sind die mehr als 100 Bio-Bauern in einer Erzeugergemeinschaft organisiert, die die Mehrheitsanteile an der Molkerei hält. Somit entscheiden unsere Bio-Bauern selbst, was in der Molkerei passiert. Seit der Gründung sind auch Naturschützer vom BUND Gesellschafter der Molkerei und wir schätzen die gute Zusammenarbeit.
Die Upländer Bauernmolkerei stellt verschiedene Bio-Milchprodukte her. Zum Sortiment gehören unter anderem Vollmilch, fettarme Milch, Joghurt, Buttermilch, Butter, Schlagsahne, Saure Sahne, Schmand, Crème fraîche und Bauernhandkäse.
Unsere Upländer Bio-Milchprodukte sind erhältlich bei Rewe (Hessen, NRW), Edeka (Hessen, Nordwest, Südwest), Dennree NRW und deutschlandweit in Bioläden.
Die Bio-Milch stammt von den angeschlossenen Bio-Bauernhöfen der Upländer Bauernmolkerei. Rund 90 Prozent dieser Höfe liegen in einem Umkreis von 100 Kilometern um die Molkerei in Willingen-Usseln.
In der Herstellung gibt es keine Unterschiede, lediglich beim Ort der Erzeugung. Die Rohmilch für die hessische Vollmilch wird von etwa 20 Landwirten in der Nähe der Molkerei erzeugt. Der Transport der Rohmilch, Lagerung und Verarbeitung in der Molkerei erfolgen separat. Die übrige Rohmilch ist die der restlichen ca. 95 Landwirte.
Qualitativ gibt es keine Unterschiede: alle Landwirte müssen gesetzliche Vorgaben beachten, u.A. EU-Bio-Verordnung wie auch die Vorgaben des Bioland-Verbandes. Die Herkunft ist hier das wichtige Entscheidungskriterium. Daher darf dieses Produkt auch das Siegel „Bio-Siegel-Hessen“ tragen bzw. als hessisches Produkt ausgelobt werden.
Zu 98 % wird weiterhin Weidemilch eingesetzt, aus der die Butter gemacht wird. Allerdings haben wir Rohstoffknappheit und uns entschlossen Rohmilch zuzukaufen. Diese erfüllt zwar alle Biovorgaben, aber wir können nicht genau sagen, ob unsere konkreten Weidemilchvorgaben auch eingehalten werden, daher haben wir uns aus Transparenzgründen dazu entschlossen den Schriftzug zu entfernen.
FAQ zum Tierwohl
Weidehaltung bedeutet, dass die Kühe während der Weidesaison - von Frühjahr bis Herbst - so oft wie möglich draußen grasen dürfen. In den vergangenen vier Jahren standen die Upländer Kühe im Schnitt jährlich 172,5 Tage auf der Weide (Stand 2026). Die Länge der Weideperiode ist jedoch vom Wetter und der Vegetation abhängig, sodass dies von Jahr zu Jahr variiert.
Die Kühe haben dabei freie Wahl: falls es ihnen zu heiß oder zu kalt auf der Weide ist, dürfen sie auch im Stall Schutz suchen. Da das Thema Tierwohl für uns eine ganz besondere Bedeutung hat, setzen wir seit Anfang 2020 ein umfangreiches Beurteilungssystem, den sogenannten Tiergerechtheitsindex (kurz: TGI) ein. Der TGI ist ein Punkte-System, welches das Wohlbefinden der Tiere in den fünf wichtigsten Einflussbereichen bewertet, nämlich Bewegungsmöglichkeit, Sozialkontakt, Bodenbeschaffenheit, Licht und Luft (Stallklima) und Betreuungsqualität.
Die Dauer hängt von den individuellen Gegebenheiten des Betriebs ab, z.B. Platzverfügbarkeit, Stallausstattung, Anzahl der gleichzeitigen Kalbungen. Betriebe mit ausreichend Platz können Kuh und Kalb länger zusammenhalten oder eine kuhgebundene Aufzucht ermöglichen. In Betrieben mit begrenzten Stallkapazitäten ist eine längere gemeinsame Haltung oft nicht umsetzbar. Jeder Betrieb entscheidet individuell, welche Lösung das Tierwohl am besten unterstützt. Ist eine gemeinsame Haltung aufgrund der Bedingungen nicht artgerecht möglich, kann eine frühzeitige Trennung die bessere Lösung sein.
Bei einer frühen Trennung gelten im Bio-Bereich strenge Vorgaben: Die Einzelhaltung ist nur innerhalb der ersten Lebenswoche erlaubt. Ab dem 8. Lebenstag müssen Kälber in Gruppen von mindestens zwei Tieren gehalten werden. Der Sichtkontakt zu anderen Kälbern muss jederzeit gewährleistet sein. Viele Betriebe halten Kälber nach der Trennung direkt in Kleingruppen, um Sozialkontakt und Tierwohl zu fördern.
Immer mehr Bio-Milchbetriebe setzen auf die kuhgebundene Aufzucht: Das Kalb wird von der Mutter oder einer Ammenkuh aufgezogen. Kuh und Kalb bleiben bis zum Absetzen nach etwa 3–4 Monaten zusammen. Häufig betreut eine Kuh 2–3 Kälber in einer gemeinsamen Gruppe.
FAQ zur Milchverarbeitung
Bei der Homogenisierung werden die in der Milch befindlichen Fettkügelchen zerkleinert, wodurch diese anschließend weniger aufrahmen. Da nur der Rahmanteil (und ein kleiner Teil der Magermilch), und nicht die komplette Milch homogenisiert wird, handelt es sich dabei um eine sogenannte Teilhomogenisierung. Zusätzlich arbeiten wir mit sehr niedrigem Druck, welcher bewirkt, dass nur die allergrößten Fettkugeln zerteilt werden. Die kleineren bleiben in ihrem ursprünglichen Zustand. Das kann man daran erkennen, dass die Milch nach wenigen Tagen leicht aufrahmt. Die Homogenisierung ist vergleichsweise schonender.
Damit verhindern wir, dass die Milch schon nach ein paar Tagen nach Herstellung entrahmt ist und die ganze Rahmschicht sich an der Oberfläche befindet. Die Aufrahmung wird durch den niedrigen Druck trotzdem nicht komplett nicht verhindert. Man kann bei Milch mit 3,7% Fett an der Oberfläche Fettränder beobachten, wenn man die Milch einige Tage ohne Bewegung stehen lässt. Hier handelt es sich um Fettkügelchen im ursprünglichen Zustand, die an die Oberfläche steigen. Bei der fettarmen Milch ist der Effekt nicht so gut sichtbar wegen des niedrigeren Fettgehaltes, jedoch ebenso vorhanden. Die (Teil-)Homogenisierung hat keine Auswirkung auf die Haltbarkeit.
Bei der Pasteurisierung wird die Milch für wenige Sekunden auf 72-74 °C erhitzt, um Keime abzutöten, ansonsten wäre die Bio-Milch nicht verkehrsfähig, d.h. dürfte nicht für den Handel abgefüllt werden.
Seit Mitte Juni 2026 gilt ein neues Gesetz zu Milchprodukten. Es besagt, dass Milch als „traditionell hergestellt“ bezeichnet werden darf, wenn sie nicht länger als 12 Tage haltbar ist. Das trifft auf unsere Trinkmilch nicht zu. Durch optimierte Prozesse (Anlagenbau, Reinigung, Luftführung bei Abfüllmaschine, aber auch die Keimbelastung der Rohmilch) erreichen wir eine deutlich längere Haltbarkeit. Der Prozess der Pasteurisierung entspricht jedoch der traditionellen Herstellung.
FAQ zu unseren Produkten
Nach dem Öffnen hängt die Haltbarkeit von der Milchart, der Kühlung und der Handhabung der Produkte (z.B. wie oft wird etwas aus der Verpackung entnommen? Bleibt die Verpackung längere Zeit bei Zimmertemperatur stehen oder kommt sie sofort in den Kühlschrank?). Bei einer Kühlschranktemperatur von unter +8 °C und sauberem Umgang (z. B. nicht direkt aus der Packung trinken) liegt die Haltbarkeit von Milch bei ca. 3–5 Tagen.
Für alle unsere Produkte gilt: am besten vertraut man den eigenen Sinnen: gucken – riechen – schmecken. Auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) sind Produkte „Oft länger gut“. So können wir gemeinsam Lebensmittelverschwendung vermeiden.
Hergestellt wird unsere Schlagsahne durch die Trennung der Rohmilch in Magermilch und Rahm mit Hilfe einer Zentrifuge. Als Rahm bezeichnet man den fettreichen Anteil der Milch, der sich auch natürlicherweise beim längeren Stehenlassen der (Roh-)Milch an der Oberfläche absetzen würde. Unsere Sahne enthält keine Zusatzstoffe und durch den Verzicht auf Carrageen bildet sich nach längerer Standzeit eine Rahmschicht auf der Oberfläche. Deshalb sollte der Sahnebecher vor dem Öffnen gut geschüttelt werden.
Wir können bestätigen, dass der Handkäse kein Gluten bzw. Weizen enthält. Der Handkäse enthält nur Milchzucker und Milcheiweiß als Allergene.
Die Milchverpackungen, Handkäsefolien und Butterpapiere werden über den gelben Sack oder die gelbe Tonne entsorgt. Für unsere Becher setzen wir bereits seit 2015 die K3®-Technologie ein. K3® bedeutet Karton-Kunststoff-Kombination. Dabei besteht der Becher aus 3 Verpackungskomponenten. Für eine optimale Wiederverwertung der Verpackung ist es wichtig, die einzelnen Bestandteile vollständig voneinander zu trennen. Der Deckel und der Kunststoffbecher werden in dem gelben Sack bzw. der gelben Tonne entsorgt und die Banderole im Altpapier.
FAQ zur Buttermilch
Buttermilch ist durch ihre natürliche Säure etwas widerstandsfähiger gegen Verderb als normale Milch, sollte aber ebenfalls möglichst innerhalb weniger Tage nach dem Öffnen verbraucht werden, innerhalb von ca. 5-7 Tagen.
Anders als bei Milch muss die Mengenangabe bei Buttermilch in Gramm erfolgen (so gesetzlich geregelt). Diese lautet auf unserer Verpackung 1.000 g. Jedoch sind 1.000 g Buttermilch nicht gleich 1.000 Milliliter, sondern nur ca. 970 ml. Dazu kommt, dass die Buttermilch dickflüssiger als eine Milch ist und dadurch noch weitere 20-30 Gramm an der Innenwand haften bleiben.
Um es anders zu erklären: 1 Milliliter Buttermilch wiegt etwa 1,03 Gramm. Bei 1 Liter wären das 1.030 Gramm. Da wir aber 1.000 Gramm abfüllen, enthält die Verpackung entsprechend weniger.
Unsere Buttermilch wird folgendermaßen hergestellt: nach der Rohmilchanlieferung wird diese in Rahm und entrahmte Milch getrennt. Der Rahm wird erhitzt und anschließend in einer Butterungsmaschine zu Butter verarbeitet. Dabei entsteht sogenannte süße Buttermilch. Diese erhitzen wir anschließend, um Keime abzutöten, welche die anschließende Säuerung beeinträchtigen könnten (z.B. im Geschmack und Aroma). Nach der Erhitzung wird sogenannte Säuerungskultur (säure- und aromabildende Bakterien) hinzugefügt und gesäuert. Danach ist der Prozess der Herstellung abgeschlossen und die Buttermilch wird abgefüllt.
Aus prozesstechnischen Gründen ist es notwendig, einen kleinen Mengenanteil Magermilch zur Buttermilch hinzuzugeben. Dies ist zugelassen nach den aktuellen gesetzlichen Regelungen, darf dann aber nicht mehr als „Reine Buttermilch“ bezeichnet werden.
Die süße Buttermilch wird vor der Säuerung erhitzt, nach abgeschlossener Säuerung gibt es keine weitere Erhitzung der Buttermilch. Die süße Buttermilch ist ein Nebenprodukt, welches bei der Butterung anfällt. Rahm wird erhitzt, anschließend verbuttert, dabei entsteht süße Buttermilch. Sie wird erhitzt, auf Säuerungstemperatur abgekühlt, gesäuert, gekühlt und anschließend abgefüllt. Daher kann man sagen, dass hier sogar zwei Erhitzungen stattfinden






